die wtc-methode

Probieren geht über Studieren

Im Jahr 1996 gründeten einige Weinfreunde den "Wine-Tasting-Club Zürich", um der Weinwelt auf den Grund zu gehen. Wir probierten verschiedene Skalen aus (die Broadtbent'sche Punkteskala, die 20er Skala, Parkers 100er Skala), doch keine überzeugte auf längere Sicht. Deshalb kreierten wir eine eigene 100er-Skala, die nachvollziehbarer und damit objektiver ist und erst noch die Möglichkeit bietet, das Preis-Leistungs-Verhältnis einzubeziehen.

Harmonie und Intensität

Die Hauptkriterien unseres Weintests bilden die Harmonie (in Nase, Geschmack und Abgang) und die Intensität (in Nase und Geschmack). Bei der Harmonie werden maximal 45 Punkte vergeben, bei der Intensität max. 30.
Überzeugt der Wein bereits bei diesen beiden Komponenten, ist er als gelungen zu betrachten.

Dennoch steht am Anfang jeder Bewertung ein anderes Kriterium: der sogenannte "Ersteindruck", bei dem man völlig losgelöst den Wein ein erstes Mal probiert. Er kann maximal 20 Punkte ergeben und ist ein wichtiger Indikator dafür, welchen Istzustand er besitzt. Da sich der Wein im Glas entwickelt und sich bei der Detailanalyse unter Umständen anders präsentiert, darf der Ersteindruck nicht mehr korrigiert werden.
 
Zu den genannten Kriterien (Ersteindruck, Harmonie und Intensität) stossen noch Farbe, Trinkreife/Potential und Länge im Abgang hinzu und verdichten das Urteil auf der 100-Punkte-Skala. 

Eine Bewertung allein hat noch kein Anrecht auf Allgemeingültigkeit. Deshalb müssen mindestens 5 Wertungen desselben Weins erfolgen, damit man von einer gewissen Objektivität sprechen kann. (Hinzu kommt, dass die Standardabweichung ermittelt wird, die Ausreisser eliminiert). Die Folge daraus liegt auf der Hand: Während bei einem Tester eine Maximalnote unwidersprochen bleibt, wird es bei mehreren Testern häufig auch andere Stimmen geben. Das heisst, wenn ein Wein eine wirklich hohe Note (bei gleichzeitiger kleiner Polarisierung) erhält, darf er sich in seiner Qualität sonnen und ist mit grosser Wahrscheinlichkeit mehrheitsfähig.


Wir über uns
 
Der "Wine Tasting Club" ist eine völlig unabhängige Instanz und weder einem Winzer oder einem Händler noch einem Grossverteiler verpflichtet. Die Weine werden stets "blind" und mittels der beschriebenen 100er-Methode verkostet. Einzelvoten, die mehr als die doppelte Standardabweichung zum Mittelwert aufweisen, werden eliminiert. 
Nebst der Qualität der Weine wird auch das Preis-Leistungs-Verhältnis(P/L) getestet. Somit kann ein Wein zwar qualitativ gut abschneiden, aber im P/L schlecht dastehen, was die Gesamtbilanz sehr trübt.

Das DEGU-Team:

Im WTC degustieren regelmässig (in alphabetischer Reihenfolge): Pino Aschwanden, Madeleine Beyeler, Flurin Durisch, Christoph Egli, Monika Fürst, Jakob Germann, Hans Matzner, Markus Matzner, Susanne Saudan, Ralph Wettach. 
 

Hier können Sie gratis den Degu-Bogen des "Wine Tasting Clubs" herunter laden. Weitere Angaben zur Benützung finden Sie im (leider vergriffenen) Buch "Zapfen ab".